Tanzimprovisation

Speziell in der Tanzimprovisation können neue experimentelle Tänze und Sequenzen entstehen, die neue Ansätze in Tanz und in einer Choreografie darstellen. In der Tanzimprovisation geht es darum, kreativ und spontan aus dem Moment heraus zu handeln. Dies kann eine Spielart des Tanzes sein. Es gibt in der Tanzimprovisation keine oder kaum vorgeschriebene Muster oder Tanztechniken. Aber wiederum findet die Koordination der einzelnen Körperteile, das Bewusstsein des Körpers, sowie Ausrichtungen, was man in der Tanztechnik lernt, in der Tanzimprovisation Anwendung.

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Jedoch steht neben der Körperbeherrschung und dem Bewusstsein für den eigenen und den anderen Körper die Kreativität im Vordergrund. Hier finden Tanztechnik, Kreativität und Intelligenz zusammen und bilden eine Einheit. Der Zustand entspricht dem, was im Tanz als Fluss und Flow genannt wird. In der Tanzimprovisation gehen die Tänzer vollständig in sich und setzen sich mit dem jetzigen Moment auseinander. Es geht darum, aus dem Moment und ohne eine vorgegebene Choreografie zu tanzen. Aus dem Augenblick heraus wird das ausgedrückt, was in dem Moment der Tanzimprovisation angesagt und gefragt ist. Der Tänzer bewegt sich in einem Zustand, der sich eventuell von Raum und Zeit vollständig auflöst. Es wird in der Tanzimprovisation vieles offen gelassen und es könnte auch ein schwebender Geisteszustand sein in einer anderen von sich abgeschotteten Umwelt. Durch die Kommunikation und Verbindung der Bewegungen des Körpers kann sich jede Bewegung aus dem vorausgegangenen entwickeln.

Man kann aber auch in der Tanzimprovisation mit Musik, Rhythmus, Ideen, Vorstellung, Thema, Objekte, Materialien, Raumformen je nach Wunsch arbeiten und improvisieren. Die Musik oder der Rhythmus könnten den Tänzer inspirieren oder sonstige Absicht darstellen. So könnte neben vielen anderen Möglichkeiten die zum Einsatz kommen die Musik eingesetzt werden.

Viele Choreografen arbeiten als ersten Schritt mit der Tanzimprovisation um dann mit den daraus entstandenen Resultaten für eine Choreografie zu arbeiten. Es werden durch die Improvisation Bewegungen und Bewegungsabläufe gefunden und dann durch Choreografen festgesetzt.

Die Improvisationen werden in den meisten Fällen mit der Anleitung des Choreografen oder durch den Choreografen selbst durchgeführt. Der Choreograf setzt dann verschiedene Teile der improvisierten Bewegungen zusammen, um eine Choreografie entstehen zu lassen.

Oft geht es auch darum, dass zu verschiedenen vorgegebenen Tanzsequenzen Improvisationsmuster mit eingebaut werden.

Da gibt es sehr viele unterschiedliche Ansätze wie improvisiert werden kann und wie die Tanzimprovisation Anwendung findet. Die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Tanzimprovisation und sich darin kreativ zu entfalten lernt man am besten in einem Tanzstudium, in dem neben der Tanztechnik viel Wert auf Kreativität gelegt wird. Um in diesem Zusammenhang zwei bedeutende Hochschulen in Deutschland zu nennen, die in diesem Bereich der Kreativen Arbeit Tanzgeschichte geschrieben haben, wäre die Palucca Schule in Dresden zu nennen. Die Palucca Schule wurde von der Tänzerin, Choreografin und Lehrerin Gret Palucca gegründet. Gret Palucca war selbst Schülerin von Mary Wigmans, die eine Pionierin des Ausdruckstanzes war. Auch die Folkwang Hochschule in Essen bringt ausdrucksstarke Persönlichkeiten hervor. An der Folkwanghochschule hatte u.a. Pina Bausch bei Kurt Jooss gelernt, der ein deutscher Tänzer, Choreograf und Tanzpädagoge war. Kurt Jooss hat das deutsche Tanztheater maßgeblich beeinflusst. Er war Mitbegründer der Folkwangschule und Gründer des experimentellen Folkwang Tanzstudios.